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Frühe Hilfe für Kinder mit hyperaktiv – antisozialen Verhaltensstörungen (ADHS) in Mannheim eine gemeinsame Initiative der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim (ZI) und des Polizeipräsidiums Mannheim HintergrundAggressiv-dissoziale Verhaltensstörungen sind bei Kindern und Jugendlichen der häufigste Grund für die Überweisung zu einer kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung bzw. Jugendhilfemaßnahme. Etwa 9 Prozent der Stadtkinder leiden darunter. Insgesamt sind dreimal mehr Jungen als Mädchen betroffen. Im Kindesalter äußert sich antisoziales Verhalten durch heftige Wutanfälle, Treten und Schlagen anderer, Zerstörungswut, häufige Missachtung von Regeln sowie ausgeprägtes oppositionelles und feindseliges Verhalten. Bei Jugendlichen kommen vermehrt Verhaltensweisen vor, mit denen andere oder das Selbst geschädigt werden, wie Schikanieren und Bedrohen anderer, Beteiligung an Schlägereien, Grausamkeit gegenüber Menschen und Tieren, Betrug oder Diebstahl, Drogenmissbrauch, Schuleschwänzen, Weglaufen von zu Hause oder Brandstiftung. Es besteht der Verdacht, dass Kinder, die unter ADHS leiden, häufiger kriminell werden. Das Projekt „Zappelphilipp“ zielt darauf ab, Kindern mit hyperaktiv – antisozialen Verhaltensstörungen (ADHS) und ihren Eltern frühzeitig zu helfen. Die frühe Behandlung im Kindesalter soll so einer möglichen Karriere als Straftäter entgegen wirken. Gleichzeitig sollen die meist überforderten Eltern und Betreuungspersonen in der Erziehung gefördert werden. Der Schwerpunkt der Behandlung liegt auf einem Elterntraining zur Stärkung von erzieherischen Kompetenzen und Ressourcen der Erziehungsberechtigten im Umgang mit den erheblichen Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder. Daneben ist eine medikamentöse Behandlung der Kinder im Einzelfall erforderlich. Zielgruppe sind Kinder, im Alter von 8 bis 13 Jahren, die polizeilich auffällig wurden z.B. durch
Die Aufzählung ist nicht abschließend! Liegt eine der oben aufgeführten Merkmale vor ohne, dass die Polizei hiervon Kenntnis hat, kann das Kind bzw. die Familie unter Umständen trotzdem in das Projekt aufgenommen werden. Voraussetzung ist in diesem Fall, dass das Kind neben einem der aufgeführten Merkmale ein aggressiv-dissoziales Verhalten zeigt und eine der beteiligten Instanzen (z.B. das Jugendamt, Schule oder eine Jugendhilfeinrichtung) dieses Verhalten für behandlungsbedürftig hält. Die Zuweisung zu diesem Projekt erfolgt über Schule, Jugendamt, niedergelassene Ärzte und die Polizei. Die in das Projekt aufgenommen Kinder müssen über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Ablauf Nach Einwilligung zur Teilnahme erfolgt zunächst eine ausführliche Diagnostik. Im Anschluss erfolgt eine 4-monatige Behandlung mit 18 Sitzungen im häuslichen Rahmen oder im Zeitraum von 4 Monaten vier Beratungskontakte und Weitervermittlung im Rahmen gegebener Strukturen an Beratungsstellen, Jugendhilfe, etc. Nach diesem Zeitraum und nach einem Jahr erfolgen vergleichende Messungen zur Effektivität. Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos! Kontakt Interessierte Familien können sich ab sofort an folgende Ansprechpartner wenden: Dipl.-Psych. Michaela Hilberger, Telefon 0621 1703 4906, mail: michaela.hilberger@zi-mannheim.de |